Humanes Papillomavirus (HPV)

Factsheet

Was ist HPV?

Das humane Papillomavirus (HPV) ist ein Virus, das Menschen infizieren kann.

Es gibt über 200 verschiedene HPV-Arten, von denen mindestens zwölf zu den Hochrisikotypen gehören, die Krebs – u. a. Gebärmutterhalskrebs – verursachen können. Gebärmutterhalskrebs ist die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren in Europa [1]. HPV kann auch Genital- und Analwarzen verursachen.

Auf einen Blick: HPV in Europa

  • Das humane Papillomavirus (HPV) ist in der EU sehr verbreitet und verbreitet sich vor allem durch sexuellen Kontakt. 
  • Eine Infektion mit HPV kann Warzen verursachen und bei manchen Menschen zu Krebs führen.
  • HPV wird jedes Jahr mit rund 60 000 neuen Krebsfällen in der EU in Verbindung gebracht.
  • Impfungen schützen vor HPV-assoziierten Krankheiten.
  • Eine flächendeckende Impfung könnte die überwiegende Mehrheit der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhindern.

Hier erfahren Sie mehr über die RSV-Impfstoffe in Ihrem Land.

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Welche Krankheiten können durch HPV verursacht werden? 

In den meisten Fällen heilt eine HPV-Infektion innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst aus, ohne dass Symptome auftreten.
 

Bei einigen Menschen kann das Virus länger im Körper verbleiben.
Eine HPV-Infektion kann im Genital- und Anusbereich zu Wunden führen.


Wenn das Virus über einen längeren Zeitraum im Körper verbleibt, kann es zu Veränderungen in den Körperzellen führen. Bei manchen Menschen können diese zu verschiedenen Krebsarten führen, darunter Gebärmutterhalskrebs sowie Krebserkrankungen der Vulva, der Scheide, des Anus, des Penis, des Kopfes oder des Halses. HPV wird jedes Jahr mit rund 60 000 neuen Krebsfällen in der EU in Verbindung gebracht.
 

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Wie verbreitet sich HPV?

HPV wird durch Hautkontakt im Genitalbereich übertragen. Übertragungen treten beim vaginalen, penilen, analen und oralen Geschlechtsverkehr am häufigsten auf.

Menschen mit HPV haben häufig keinerlei Symptome und wissen gar nicht, dass sie das Virus in sich tragen.

HPV ist die weltweit häufigste sexuell übertragbare Infektion.

Bei wem besteht ein HPV-Risiko?

Bei jedem sexuell aktiven Menschen besteht die Gefahr, sich mit dem HPV anzustecken. 

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Wie kann HPV vorgebeugt werden? 

Eine Impfung bietet den wirksamsten Schutz vor HPV. Die in Europa erhältlichen Impfstoffe schützen vor den HPV-Typen, die für den Großteil der Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses, der Scheide, der Vulva, des Penis, des Anus und des Mund-Rachen-Raums verantwortlich sind. Seit ihrer Einführung hat die HPV-Impfung zu einem deutlichen Rückgang der HPV-assoziierten Infektionen und Erkrankungen geführt.

Kinder zu impfen, bevor sie mit dem HPV-Virus in Berührung kommen, ist der beste Weg, um sie im weiteren Leben vor Infektionen und HPV-bedingten Krankheiten zu schützen. Zudem entwickeln jüngere Menschen nach der Impfung womöglich stärkere Immunreaktionen als ältere, wodurch sie besser vor einer Infektion geschützt sind.

Eine HPV-Impfung ist für Kinder (in der Regel im Alter von 9 bis 14 Jahren) entsprechend den nationalen Impfplänen routinemäßig möglich.

Die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr senkt das Risiko von HPV-Infektionen. Kondome können jedoch keinen vollständigen Schutz bieten, da sich das Virus durch den Kontakt zu den Hautbereichen rund um die Genitalien – vor dem Kondome keinen Schutz bieten – weiter ausbreiten kann.

Wie wird HPV behandelt?

Es gibt keine Arzneimittel gegen das Virus selbst.

Für die durch HPV verursachten Erkrankungen stehen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Warzen und vorkanzeröse Zellveränderungen (Krebsvorstufen) können mit Arzneimitteln und Operationen – darunter kleinere Eingriffe wie Gefriertechniken – behandelt werden. Für den Fall, dass durch eine HPV-Infektion Krebserkrankungen entstehen, stehen auch Arzneimittel, Operationen und andere Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Da es viele Jahre dauern kann, bis sich HPV-assoziierte Krebserkrankungen entwickeln, können Vorsorgeuntersuchungen helfen, Veränderungen im Körper zu erkennen, bevor sie zu Krebs führen. Durch die Entfernung oder Behandlung dieser als „präkanzerös“ bezeichneten Veränderungen wird das Risiko verringert, dass sie sich später zu Krebs entwickeln. In vielen Ländern werden Frauen im Einklang mit den nationalen Empfehlungen vorsorglich auf Gebärmutterhalskrebs untersucht. In einigen Regionen werden bei Risikopersonen auch Vorsorgeuntersuchungen für andere HPV-assoziierte Krebsarten angeboten.

Wenn Sie sich zu den Behandlungs- oder Vorsorgemöglichkeiten beraten lassen möchten, wenden Sie sich bitte stets an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder eine andere medizinische Fachkraft.

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Referenzdokument:

(1) Global Cancer Observatory: Cancer Today (Version 1.1). Lyon (Frankreich): Internationales Krebsforschungszentrum.

Anmerkung: Die in diesem Faktenblatt enthaltenen Informationen sind zur allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung bestimmt und sollten die individuelle Beurteilung durch einen Angehörigen der Gesundheitsberufe nicht ersetzen.

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